Mannheim schwitzt, doch noch ist es nicht zu spät……..

Mannheim schwitzt, doch noch ist es nicht zu spät……..

Momentan finden sich fast stündlich neue Meldungen zum Klimawandel in sämtlich verfügbaren Medien. Kein Wunder, denn er ist gegenwärtig aktuell wie selten zuvor: ganz Deutschland schwitzt, leidet und fängt langsam an zu bangen…..

Doch das Thema mit all seinen bedenklichen Auswirkungen steht bereits seit mehr als 20 Jahren international als Bedrohung im Raum, weshalb der Bund Strategien und Gesetze zur Anpassung an den Klimawandel 2008 und 2011 veröffentlichte. Selbst auf kommunaler Ebene stehen seit 2012 ganze Listen mit Maßnahmenvorschlägen im Positionspapier des Deutschen Städtetages zur Verfügung, die helfen werden, die durch den Klimawandel auf uns alle zukommenden gesundheitlichen und anderen Risiken zu vermindern.

Insbesondere der Erhalt und Ausbau von Frisch- und Kaltluftproduktionsflächen, sowie der Schutz und die Erweiterung sogenannter Luftleitbahnen, die für eine innerstädtische kühlende Luftzirkulation sorgen, gelten einhellig als effektivste städtebauliche Maßnahme zur Verhinderung von durch den Klimawandel erzeugten Wärmeinseln (Stadtteile wie z.B. die Quadrate) und zur Verhinderung von sogenannten Wärmebelastungstagen, die für den Menschen ein erhebliches gesundheitliches Risiko darstellen.

Wie kann es sein, dass eine Stadt wie Mannheim, die sich sogar mit einer „grünen“ Umweltbürgermeisterin schmücken darf und überdies in Fachkreisen als eine der am stärksten wärmebelasteten Städte Deutschlands gilt, alle Warnungen und Empfehlungen ignoriert und konsequent seit Jahren jede noch vorhandene natürliche Luftleitbahn zubaut. Aktuell wird eine der letzten grossen noch verbliebenen Schneisen (überdies gutachterlich wiederholt als hochwirksam eingeschätzt), der sog. Grünzug Nordost, zwar medienwirksam vordergründig „gehegt und gepflegt“, in realitas aber seit Monaten zunehmend beschnitten, verschmälert und in seiner Wirksamkeit durch die aktuellen Wohnungs-, Veranstaltungsort- und Betriebshofbaupläne erheblich eingeschränkt. „Erhalten und Erweitern“ das sind die Vorgaben von Bund UND Städtetag!

Solch fahrlässiges, ja sogar vorsätzlich die Bevölkerung Mannheim schädigendes Vorgehen sollte nicht länger hingenommen werden. Politiker*innen kommen – und können auch wieder gehen, wenn es ihnen zu heiss wird. Mannheims Bürger bleiben; ob diese sich in Zukunft dann unter ihren verdorrten ehemals begrünten Dächern und an den Springbrunnen des BuGa-Geländes ausreichend abkühlen werden können, halte ich persönlich für fraglich. Doch dann IST es zu spät.

Dr. med. C. R. MPH (Bevölkerungsmedizin)