Die Diskussion des Abends im Detail

Die CDU etwa sieht die „unerträgliche  Belastung“ der Talstraße bereits heute sowie das „fehlender Verkehrskonzept“, Katharina Dörr hat explizit herausgestellt, man sehe den zentralen Grünhof nicht auf Spinelli; es stelle sich zudem vehement die „Frage nach der Effizienz“ einer solchen Zentralisierung aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Möglicherweise sei es effizienter, mindestens zwei dezentrale Standpunkte im Norden wie im Süden Mannheims unterzubringen, keinesfalls einen im Osten. Wohnraum hingegen sei sehr sinnvoll, wenngleich auch dafür ein Verkehrskonzept her müsse.

Thomas Trüper von den Linken hat sich klar für eine Zentralisierung der Betriebshöfe für Grünflächenmanagement auf Spinelli ausgesprochen, leider aber keine Gründe genannt, warum, trotz mehrfacher Nachfrage. Die Sanierung der herunter gekommenen bestehenden Standorte sei auch eine Großinvestition. Andere Flächen seien aus Sicht der Linken ausreichend geprüft und als nicht praktikabel befunden worden. Trüper betonte, bei der Frischluftschneise handele es sich eh um eine „Mär“, da von der Luft nichts in der heißen Innenstadt ankäme. Dem stimmten alle zu.

Stefan Borth hingegen sprach für den Feudenheimer BBR und nicht für seine Partei. Er betonte, dass das kleine Gewerbegebiet verlängerte Talstraße mit Schreinerei und Autowerkstätten „existentiell für Feudenheim“ sei. Er betonte auch, dass der BBR Feudenheim das Projekt einer Zentralisierung der Betriebshöfe des Grünflächenamts mehrheitlich ablehne. Auch die Informationen zur U-Halle seitens der Stadt sähe der BBR „problematisch“.

Frau Dr. Schirming-Kalender von der SPD betont, dass auch die SPD von einem kleinen Grünhof für die Buga ausgegangen sei und ihr die Umwandlung in einen großes Zentralisierten „Grünhof“ nun „Kopfschmerzen bereite“, zumal sie auch für die SPD überraschend gekommen wäre. Die Fraktion habe noch keine abschließende Position hierzu entwickelt, klar sei aber, dass „nachgearbeitet werden müsse“. Die Problemfelder Verkehr und die unmittelbare Angrenzung an ein bestehendes sowie ein neu zu entwickelndes Wohngebiet sieht auch die SPD als kritischen Punkt.

Die Bürgerfraktion mit Eberhart Will positioniert sich ganz klar gegen den Betriebshof auf Spinelli und nennt vor allem betriebswirtschaftliche Gründe. Will betont, die Stadt habe eine falsche Priorität, denn auch das Nationaltheater sei Sanierungsbedürftig wie weitere Bauten aus den 70er und 80er Jahren des vorausgegangenen Jahrhunderts. Ein Antrag seiner Fraktion zur Kostenprüfung laufe. Die Wohnbebauung findet er angesichts von Landflucht und Zuzug von Geflüchteten als mehr als sinnvoll und angebracht.

Volker Beisel von der FDP positioniert sich in diesem Zusammenhang auch gegen die Buga wie sie kommt, auch wenn das nicht Gegensatz der Sitzung war. Er sagt Nein zur U-Halle, denn auch schon die letzte Buga habe eine Halle hinterlassen, von der man noch immer nicht wisse, wie man sie nutzen solle. So etwas soll sich nicht wiederholen. Trotzdem ist auch die FDP für den Wohnbau, was mehr Verkehr bringen würde. Beisel verstehe die Zentralisierung nicht und auch nicht, dass der Gemeinrat involviert sei, ebensowenig wie das Auslagern an die GBG als Bauträgerin. Insgesamt beurteilt er das Verfahren als nicht demokratisch und kann den Beschluss nicht nachvollziehen. Er weist zudem auf das fehlende Verkehrskonzept zur Buga hin und auch, dass es für die Nutzung danach keine Parkplätze gebe. Eine ähnliche Situation wie am Waldpark gilt es zu verhindern.

Pobst von der Mannheimer Liste spricht sich ebenfalls gegen die Zentralisierung der Betriebshöfe aus. Die schlechte Informationslage betrifft auch den Stadtrat, so Probst. Er befürwortet aber, dass durch den Verkauf der Betriebshöfe im Lindenhof, insb. Harrlachweg, sowohl das Verkehrsproblem im Lindenhof entschärft werden könnte als auch eine Entwicklung des „hochwertigen Gewerbegebiets“ dort vorangetrieben werden könnte. Aus Sicht der BI ist das problematisch, die Qualität eines Gewerbegebiets die einem Wohngebiet vorzuziehen. Er habe von Herrn Roenigh (Dez. V) hier bereits vor vier Monaten um ein Konzept gebeten. Eine Sanierung der derzeitigen maroden Anlage sei unumgänglich. Aber auch mit Blick auf die Frischluftschneise meint Probst, die U-Halle müsse weg.

Einen Aufschrei im Publikum provozierte Dirk Grunert von den Grünen, der plädierte, den „Grünhof“ auf Spinelli zu bauen. Ein Neubau sei günstiger als eine Sanierung, man könne Kosten einsparen durch ein anderes Wegekonzept. Bei den 44% mehr Verkehr an der überlasteten Kreuzung Wingertsbuckel/Talstrasse sei ja auch der Verkehr durch die künftigen Anwohner dabei. Er betonte, es handele sich ja „nur“ um ein 160×160 m großes Grundstück, zudem würden die Dächer begrünt. Angesichts dieser hämischen Auflistung von einer Kosten-Nutzen-Rechnung war das Plenum empört und fragte nach, wie die offensichtlichen Punkte Umweltschutz, Gefährdung der Bell, Artenschutz auf Spinelli (etwa über 100 Wildbienen-Arten, die der BUND gezählt hat sowie die Nachtigall-Kolonie), Altlasten wie Grundwassersanierung und Lärmbelastung der Anwohner (jetzt sind es tagsüber schon über 65 db an der betreffenden Straße) außen vor bleiben konnten. Die Zuhörenden machten ihrer Wut Luft, Frau Dr. Claudia Rose aus der BI rief entsetzt aus: „unglaublich, dass das eine grüne Position ist!“.

 

Zuletzt gaben noch einige Anwohner Ihre Meinung kund:

  • So sagte Herr Hiemenz, der Skandal sei doch, dass Betriebshöfe aus Gewerbegebieten in ein Wohngebiet verlagert würden. Klar sei auch, dass Feudenheim mit diesen Plänen vom Grünzug abgeschnitten würde!
  • Frau Gedanitz von der BI Grauzone Grünzug betone, wenn schon nichts von der Frischluftschneise in der Innenstadt ankäme, so sei doch die Belüftung von Feudenheim sowie Käfertal zentrales Anliegen auch in den Klimagutachten. Sie zeigt sich erschreckt von „Heuschreckenverhalten“ der Stadt (Sanierungsstau so lange hinausschieben bis man auf der grünen Wiese ein neues Gebäude errichten müsse, weil das alte nicht zu retten sei.